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Swing im Dritten Reich

Zur Zeit des Dritten Reiches war der Swing, vor allem bei Jugendlichen, sehr beliebt. Es gab viele Tanzlokale in den Städten, die immer gut besucht waren. Die deutschen Jazzbands eiferten ihren Vorbildern aus der USA fleißig nach und begeisterten das Publikum. Auch die Nachfrage an Swing-/Jazzschallplatten war recht groß. Der Swing begeisterte vor allem deshalb so viele junge Leute, weil er rhythmisch und daher zum Tanzen ideal war.

Bekämpfung des Swings vor den Nationalsozialisten

Schon vor den Nationalsozialisten gab es Personen und Gruppierungen, die den Swing für unmoralisch hielten und gegen ihn kämpften. So störten sie z.B. Tanzveranstaltungen und stürmten Tanzlokale. Das Ausmaß war aber sehr gering.

Nationalsozialisten und der Swing

Die Nationalsozialisten hielten den Swing für primitiv und unzivilisiert, da die entsprechenden Tänze nicht einer festen Ordnung entsprachen, sondern eher spontan und wild waren. Für sie hatten Tänze geordnet, diszipliniert und ohne Emotionen zu sein. Daher waren sie auch auf der Suche nach dem deutschen Volkstanz. Das Problem war jedoch, dass jede Region Deutschlands eigene Tänze hat, den typisch deutschen Tanz gab es nicht. Daher versuchten die Nazis, einen solchen zu erfinden. Die Ergebnisse waren jedoch enttäuschend, da das Volk nichts mit den steifen und emotionslosen Tänzen anfangen konnte und lieber sein Lebensgefühl im Swing ausdrückte. Auch die Eindeutschung der Standardtänze, wie z.B. Tango, führte nicht zum Erfolg, da die Eindeutschung darauf beruhte, die Emotionen und den Ausdruck der Tänze zu Entfernen und die Tänze dadurch ihren Charakter verloren.

Die Nazis führten darauf Tanzkurse und Tanzgruppen auch in Betrieben und der Reichswehr ein, um die Verbreitung deutscher Tänze zu verbessern.

Parallel zu der Erschaffung neuer Tänze wurde deutsche Musik geschrieben, größtenteils Märsche, die das Volk zu Disziplin und Führertreue erziehen sollten. Aber da sie wenig zur Entspannung nach einem harten Arbeitstag geeignet waren und das Volk sie nach einiger Zeit nicht mehr hören wollte, war auch diese Aktion ein Flop.

Ein generelles Swing-Verbot wurde von den Nazis nicht ausgesprochen, jedoch wurde er stark eingeschränkt. So wurde z.B. in den Rundfunkanstalten der Swing aus dem Programm genommen. Dieses Verbot wurde aber von den Initiatoren selber unterlaufen, da sie eine Dokumentationsreihe zum verhassten Swings aussendeten, um dem Volk den "wahren und schlechten" Charakter des Swings zu zeigen. Die Jugendlichen freuten sich natürlich über die Musikbeispiele.

1933 wurde, um die Jugendlichen vom Swing abzuhalten, ein Swing-Verbot in Jugendherbergen ausgesprochen.

Um die Tanzveranstaltungen zu stören, wurden teilweise HJ-Abteilungen in die Lokale geschickt, die Stinkbomben ins Publikum warfen oder technische Einrichtungen manipulierten.

Erst später verboten die Nazis das Auftreten von Jazzbands und lösten Tanzveranstaltungen auf. Auch wurden "schwarze Listen" eingeführt, auf denen sowohl Jazzbands als auch einzelne Jazztitel aufgeführt waren. Dabei wurden jedoch vor allem Juden und Ausländer gefasst. Viele deutsche Bands fanden Wege, einem Verbot zu entgehen. Sie legten ihre englischen Namen ab und benannten auch ihre Lieder mit deutschen Namen. So konnte der Swing weitgehend ungestört ausgeübt werden, da die Kontrolleure meist wenig Ahnung hatten und umbenannte Bands und Lieder nicht erkannten.

Musikverlage - zwischen Nationalsozialismus und Gewinn

Die deutschen Musikverlage hetzten zu Beginn der Machtübernahme durch die Nazis gegen den Jazz und Swing. Ihr Angebot an entsprechenden Titeln wurde jedoch nicht verringert. Sie nahmen zwar viele Märsche in ihr Angebot auf, aber auf Grund der großen Nachfrage nach Swing wurden diese weiterhin verkauft.

Swingheinis und Schlurfs

Als Swingheinis oder Schlurfs wurden swingbegeisterte Leute bezeichnet. Sie gingen zu den Tanzlokalen oder organisierten private Swingparties. Ihr ironischer Gruß war "Swing Heil". Die Swingheinis konnten mit den deutschen und eingedeutschten Tänzen nichts anfangen und drückten auch eine gewisse oppositionelle Haltung durch ihren Swing aus.




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