Johann Wolfgang Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil
Vor dem Tor
Das Volk spaziert durch die Gegend vor der Stadt und es finden die üblichen Unterhaltungen statt, je nach gesellschaftlicher Schicht.
Auch Faust und Wagner gehen spazieren und Faust bemerkt, dass die ganzen Menschen aus der trüben, finsteren Stadt jetzt aufs Land kommen
um sich zu vergnügen: "Hier ist des Volkes wahrer Himmel. [...] Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.".
Faust wird als Doktor vom Volk verehrt, was ihm aber nicht sehr gefällt, da er sich selbst und die Tätigkeit seines Vaters für
eher unehrenhaft hält. Er habe zusammen mit seinem Vater die Kranken vergiftet und ihnen nicht geholfen, nur wisse das Volk das nicht.
Wieder fängt Faust an, über die Welt, das Wissen und seine Wünsche zu philosophieren und meint dabei: "Zwei Seelen
wohnen, ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen; die eine hält in derber Liebeslust sich an der Welt mit
klammernden Organen; die andre hebt gewaltsam sich vom Dust zu den Gefilden hoher Ahnen."
Gegen Ende des Spaziergangs entdeckt Faust einen Pudel, der seiner Meinung nach sie umkreist und unheimlich wirkt. Wagner dagegen meint, es
wäre ein ganz normales Tier. Als der Pudel herkommt, lässt sich Faust von Wagner Sorglosigkeit überzeugen und nimmt ihn sogar
mit nach Hause.
In diesem Akt wird deutlich, dass Faust in der Gesellschaft sehr angesehen ist und sich gleichzeitig von ihr distanziert. Er nimmt nicht
am gesellschaftlichen Leben teil sondern lässt sich nur kurz blicken.
Faust scheint sich mit Magischem und Übersinnlichem recht gut auszukennen, da er sofort merkt, dass der Hund nicht normal ist. Vielleicht
sieht Faust aber auch einfach überall Gespenster.
Goethe: Faust, Der Tragödie erster Teil: Lesetagebuch / Zusammenfassung, Copyright Tobias Neumann