Johann Wolfgang Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil
Studierzimmer
Faust ist mit dem Pudel zurück in seinem Studierzimmer und fühlt plötzlich, dass seine innere Befriedung erloschen ist. Also
macht er sich daran, die Bibel ins "geliebte Deutsch" zu übersetzen. Goethe scheint direkt seine Auffassung zur deutschen
Sprache durch Faust auszudrücken. Schon beim ersten Satz "Am Anfang war das Wort" stockt er und nimmt nach einigem
überlegen die Übersetzung "Am Anfang war die Tat", da ihm "Tat" wichtiger erscheint als "Wort".
Darauf verwandelt sich der Hund in Mephisto, wogegen Fausts Beschwörungen nichts auszurichten vermögen. Faust fragt ihn, wer er
denn sei und Mephisto antwortet "Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft." Er erklärt
außerdem, dass alles, was entsteht, wieder zerstört werden müsse - was ja durchaus nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, da
alles Leben einmal entsteht und später wieder stirbt.
Faust redet recht frei und respektlos mit Mephisto, der sich geduldig "verteidigt". Dann will Mephisto gehen und gibt zu, dass
er gefangen ist, was Faust gleich ausnutzen möchte. Mephisto sagt zu, seine Künste zu zeigen, versetzt aber Faust nur in einen
Schlaf und lässt sich dann von Mäusen befreien. Als Faust wieder erwacht, weiss er nicht, ob alles nur ein Traum war oder ob er
mal wieder ein höheres Wesen davonziehen hat lassen.
Es scheint, als habe Mephisto Faust gereizt und ihm sozusagen eine kleine Kostprobe gegeben und so das Verlangen Faust gestärkt.
Elegant hat er sich aus der Misere der Gefangenschaft gezogen und so seine eigene Ausgangsposition für das weitere Handeln gestärkt.
Goethe: Faust, Der Tragödie erster Teil: Lesetagebuch / Zusammenfassung, Copyright Tobias Neumann