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Johann Wolfgang Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil

Nacht

Nun tritt Faust zum ersten Mal persönlich auf. Man erfährt, dass er sehr gebildet ist und weder Skrupel noch Angst vor irgendetwas hat. Auch wird deutlich, dass er mit seinem Wissen noch lange nicht zufrieden ist, er will wissen, "was die Welt im Innersten zusammenhält". Er scheint auch etwas geisteskrank zu sein und sich insgesamt am Leben nicht zu erfreuen.
Er nimmt ein Buch mit dem Zeichen des Makrokosmos. Dann entschließt er sich, den Erdgeist zu rufen. Als der endlich da ist, kann Faust ihn nicht ansehen und der Erdgeist fragt sich, ob das wirklich der Faust ist, der ihn hergeholt hat und der alles wissen will. Faust stellt sich trotzdem auf eine Ebene mit dem Geist: "Ich bin's, Faust, bin deinesgleichen!". Der Erdgeist aber meint, er gleiche ihm nicht und verschwindet. Faust ist ganz verstört, denn er hält sich eigentlich für ein "Ebenbild der Gottheit".

Dann kommt Wagner, sein Assistent herein und sie reden über Kunst und Wissen, wie man es erlangen könne und dass vieles über das Herz gehe. Wagner scheint weder so gebildet noch so intelligent wie Faust zu sein und bewundert diesen auch. Bald darauf schickt Faust Wagner weg und denkt sich, dass Wagner eigentlich viel zu dumm und unwürdig ist, zu ihm zu kommen.
Wieder zweifelt er nun an sich und ärgert sich, dass er den Erdgeist nicht halten konnte. In seiner Enttäuschung meint er nun: "Den Göttern gleich ich nicht! zu tief ist es gefühlt; Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwühlt". Nun schaut er sich im Zimmer um und findet nur nutzloses Zeug, bis er ein kleines Fläschchen mit Gift findet, dass er als seine Erlösung ansieht, er will sich umbringen. Als er ansetzt, hört er den Chor der Engel und wird so am trinken gehindert. Eigentlich stört er sich nicht am Engelchor, aber trotzdem setzt er ab und gibt seine Selbstmordgedanken auf.


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Goethe: Faust, Der Tragödie erster Teil: Lesetagebuch / Zusammenfassung, Copyright Tobias Neumann