Johann Wolfgang Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil
Marthens Garten
Faust und Gretchen sind wieder zusammen im Garten und es fällt die berühmte "Gretchenfrage": Nun sag, wie hast du's
mit der Religion?". Sie merkt selbst, dass er nicht gerade streng gläubig ist und er weicht der Frage aus, indem er sagt, er liebe sie.
Auf ihr drängen legt er dann sein kleines Glaubensbekenntnis ab, mit dem er die Grenze zwischen glauben und nicht glauben verwischt und
Gretchen schließlich zufrieden stellt. Nur seinen Begleiter, Mephisto, mag sie nicht, sie spürt wohl, dass er böse ist.
Danach sagt sie, sie müsse fort, aber die Nacht würde sie gerne mit ihm verbringen, wenn da nicht ihre Mutter wäre. Faust gibt
ihr ein Fläschchen Schlafmittel für die Mutter mit, damit er unbemerkt kommen kann.
Als sie weg ist, reden Faust und Mephisto noch kurz über das Verhalten der Frauen und Faust hält es für seine Privatsache, was
in der Nacht passieren wird.
Auffallend ist, dass Gretchen auf Fausts Angebot "Ach kann ich nie ein Stündchen ruhig dir am Busen hängen und Brust an Brust
und Seel in Seele drängen?" direkt eingeht und keine Bedenken hat. Glaube und Moral scheinen ihr verloren gegangen zu sein.
Goethe: Faust, Der Tragödie erster Teil: Lesetagebuch / Zusammenfassung, Copyright Tobias Neumann