Johann Wolfgang Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil
Kerker
Faust kommt zu Gretchen, um sie aus dem Kerker zu retten. Sie aber ist geistig verwirrt und erkennt ihn erst nicht und redet von ihrem
Kind. Sie behauptet, man habe es ihr weggenommen und sie dann eingesperrt mit der Begründung, sie habe es getötet. Als sie
Faust erkennt ist sie erleichtert und will ihn küssen. Er aber drängt sie zum Aufbruch und sie kann das alte Gefühl zu ihm
nicht mehr richtig aufbauen. Sie ist enttäuscht, wirft ihm vor "Meine Mutter hab ich umgebracht, mein Kind hab ich ertränkt.
War es nicht dir und mir geschenkt?" und will, dass er sie alleine lässt und sich später um alle Gräber ihrer Familie
kümmert. Sie weigert sich, zu gehen, denn mit ihrem schlechten Gewissen hätte sie sowieso keine Freude am Leben. Faust ist verzweifelt
und fleht. Aber Gretchen bleibt, bittet Gott um Verzeihung und als Mephisto meint "Sie ist gerichtet!" erwidert eine Stimme von
oben "Ist gerettet!".
Das also ist das Ende. Gretchen wird hingerichtet, aber Gott hat ihr verziehen. Faust dagegen steht dumm da, denn er muss mit seiner
Schuld leben.
Goethe: Faust, Der Tragödie erster Teil: Lesetagebuch / Zusammenfassung, Copyright Tobias Neumann