Johann Wolfgang Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil
Hexenküche
Nach dem Wirtshaus gehen Mephisto und Faust in die Hexenküche. Die Hexe selber ist noch nicht da, nur ihre Tiere empfangen die beiden. Faust
ist anfangs wütend und sagt, dass es ihm überhaupt nicht gefalle, weder hier noch im Wirtshaus. Mephisto aber braucht von der Hexe einen
Verjüngunstrank für Faust, da das natürliche Mittel - jahrelange harte Feldarbeit und einfache Ernährung - jetzt nicht sinnvoll
ist. Mephisto gibt auch zu, dass er die Hexe braucht, die ihm zwar untergeordnet ist, die aber die nötige Zeit hat ("Der Teufel hat sie's
zwar gelehrt; allein der Teufel kann's nicht machen.").
Es folgt ein Gespräch zwischen den Tieren und Mephisto, bei dem die Tiere immer wieder frech provozieren, was Mephisto aber nach eigenen
Angaben gefällt. Dabei erblickt Faust in einem Spiegel ein schönes Mädchen, in das er sich prompt verliebt. Nun endlich kommt die
Hexe und Mephisto verlangt nach dem Verjüngungstrank. Nach einigem Hokuspokus gibt die Hexe den Trank heraus und Faust trinkt ihn. Als er
noch einmal die Frau im Spiegel anschauen will, zieht Mephisto ihn fort und verspricht ihm, er werde sie bald wirklich sehen. Er weiss, dass Faust
durch den Trank praktisch jede Frau anbeten wird.
Mephisto scheint ein recht lockerer Herrscher des Bösen und zu kleinen Spielchen aufgelegt zu sein. Die Tiere sowie die Hexe wissen, was
sie sich erlauben können, sie wissen aber auch, wann Schluss ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott sich von seinen Engeln
"verarschen" lässt.
Goethe: Faust, Der Tragödie erster Teil: Lesetagebuch / Zusammenfassung, Copyright Tobias Neumann