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Johann Wolfgang Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil

Auerbachs Keller in Leipzig

In einem Wirtshaus versammeln sich Männer des wohl eher niederen Standes. Sie saufen und scherzen ausgelassen. Als Faust und Mephisto eintreten, nimmt sich Frosch, der Wortführer, vor, die Fremden hochzunehmen. Jeden Versuch dazu kontert Mephisto geschickt, was ihm eine gewisse Bewunderung einbringt. Nach einer Aufforderung singt Mephisto ein Lied über einen Floh, der es durch feine Kleider und ein Bekenntnis zur Kirche ("Hat auch ein Kreuz daran") bis in den Hof schafft und dort den Herrschern samt Gefolge zusetzt. Vielleicht kritisiert er damit eine bestimmte, politisch störende Person oder aber er sieht den Floh als Vorbild an.
Danach fängt Mephisto mit seinem Streich an. Er fragt die Männer, was sie denn gerne für einen Wein tränken und verlangt sogleich nach Werkzeug, um ein Fass zu öffnen. Er bohrt nun Löcher in den Tisch und hört sich dabei die Wünsche an. Einer äußert mit "Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er gern." sowohl eine Abneigung gegenüber den Franzosen als auch das immernoch aktuelle Phänomen, dass man ungeachtet dessen die Produkte von Unbeliebten /Völkern/Staaten/Personen gern hat.
Zur allgemeinen Überraschung fließt aus dem Tisch wirklich Wein und die Männer trinken ihn freudig. Als jedoch Wein auf den Boden tropft, schießen Flammen empor und sie wollen Mephisto töten. Der aber lässt sie mit einem Zauberspruch halluzinieren, so dass sie sich erst gegenseitig anfallen und kurz darauf verwirrt wieder bei Sinnen sind. Mephisto und Faust sind derweil verschwunden.

Mephisto zeigt hier Faust zum einen das gesellige und sorglose Leben der einfachen Menschen, zugleich aber auch deren Einfalt. Dass Faust davon nicht viel hat ist klar, aber Mephisto hatte sich ja schon früher vorgenommen, Faust durch Unbedeutenheiten zu schleifen um ihn zu verwirren.

Auerbachs Keller Leipzig [extern]


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Goethe: Faust, Der Tragödie erster Teil: Lesetagebuch / Zusammenfassung, Copyright Tobias Neumann